Abteilung Volleyball

55 Jahre Volleyball – Das Jubiläum vom SV Warnemünde wurde gefeiert

  • Unbenannt 2 Wiederhergestellt
Artikel vom: Freitag, 28. September 2018

Am 28. September 2018 feiert die Abteilung Volleyball des SV Warnemünde e.V. 1949 im DockInn Hostel in Warnemünde das 55. Gründungsjubiläum.
Die Abteilung kann dann auf eine sehr erfolgreiche Entwicklung zurückblicken.
Vor der Gründung unserer Abteilung wurde die Rostocker Volleyballszene hauptsächlich von 3 Mannschaften bestimmt: Uni Rostock, Schifffahrt-Hafen und Motor Rostock. Dynamo Rostock einst stärkster Vertreter in Rostock fiel 1962 nach dem Abstieg aus der DDR-Liga auseinander. Der Spielerrest aus dieser Mannschaft wie Rolf Münch, Horst Prange und Dieter Voß und fanden sich danach in der Warnowwerft im Breitensport wieder zusammen. Hier wurde auch der Gedanke über die Neugründung eines Warnemünder Volleyballteams geboren.
So stellte dann im Herbst 1963 eine kleine Gruppe interessierter Volleyballer an die Leitung der Betriebssportgemeinschaft Motor Warnowwerft den Antrag auf Gründung einer Volleyball-Sektion. Diesem Antrag wurde in der BSG-Leitung stattgegeben und am 23.10.1963 fand die Gründungsversammlung in der Betriebsberufsschule, Heinrich-Heine-Straße in Warnemünde statt.

Das Gründungsprotokoll sagt aus, dass 13 Volleyballer anwesend waren und die erste Leitung wählten: Vorsitzender Rolf Münch, Stellvertreter Horst Prange und Kassierer Jochen Wiening.

Die ersten Festlegungen wurden getroffen:

  • Antrag auf Teilnahme an der Punktspielrunde des Bezirkes Rostock
  • Aufbau einer Jugendmannschaft
  • Ausbau eines Volleyballfreiplatzes in Warnemünde
  • Installierung einer Netzanlage im „Haus des Sportes”.

Zielgerichtete Arbeit in der Sektion sowie auch eine gute finanzielle Unterstützung durch die Warnowwerft ermöglichten den Aufschwung in den ersten Jahren. Die Mitgliederanzahl stieg in den ersten 5 Jahren durch Werbung am Strand und Ausbildung Jugendlicher von 13 auf 60 und danach in den folgenden 5 Jahren auf 120 an. Zum Beispiel kam 1966 eine ganze „Strandmannschaft” hinzu und spielte fortan als 2. Männermannschaft.

Deren Spieler wie W. Hahn, M. Schultz, K.-H. Kindt, M. Pleß, U. Hollersen, S. Krüger u. a. spielten dann auch in der weiteren Entwicklung eine große Rolle sowohl als Volleyballer als auch Funktionäre und trugen zur Erhöhung des Leistungsniveaus bei.

1967, also bereits 4 Jahre nach der Gründung, wurde durch einen Beschluss des Abteilungs-vorstandes eine neue Etappe in unserer Entwicklungsgeschichte eingeleitet: Gab es bis dahin nur Volleyballer, so gesellten sich von da ab auch Volleyballerinnen hinzu. Dass dieser Schritt richtig und längst überfällig war bewies dann der rege Zulauf an Spielerinnen.

Die darauffolgende rasante Entwicklung des weiblichen Sektors in unserer Abteilung ist zum größten Teil unserem langjährigen Damencoach Wolfgang Freitag zu verdanken.

Die Nachwuchsentwicklung hatte in der Vergangenheit bei uns immer schon eine große Rolle in der Geschichte unserer Abteilung gespielt. Man konnte auf die Dauer nicht erwarten, dass ein Leistungszuwachs durch Zuwanderung „fertiger Spieler” nach Warnemünde erreicht werden konnte.

Ab 1965 wurden Spieler zu Übungsleitern ausgebildet und die Verbindung zu den Warnemünder Schulen gesucht. In den Jahren ab 1967 waren jährlich 5 – 6 Nachwuchsmannschaften im Spielbetrieb.

Besondere Leistungen bei der Ausbildung von Nachwuchsvolleyballern verbanden sich in diesen und den nachfolgenden Jahren mit Namen wie Wolfgang Hahn, Walter Guth, Wolfgang Freitag, Siegfried Krüger, Jens Riedel sowie Rolf Münch, Horst Hirche und Svea und Birte Freitag.

Diese guten Übungsleitertätigkeiten spiegelten sich letztendlich in den vielen sportlichen Erfolgen unserer Jüngsten wider. Zählt man alle errungenen Medaillen von sämtlichen Spartakiaden zusammen, so kommt man auf 45 Gold-, 27 Silber- und 22 Bronzemedaillen. Hinzu kommen 22 Meistertitel, unzählige 2. und 3. Platzierungen bei den Bezirks-meisterschaften sowie viele Bezirkspokalgewinne, die sich die Mädchen und Jungen teilten. Damit war unsere Sektion mehrfach die beste in der Nachwuchsarbeit des Bezirkes Rostock.

Zwei Talente aus unserer Jugendmannschaft, Reinhard Daevers und Gunnar Eckert konnten zum Sportclub Schwerin delegiert werden und schafften es bis in die Junioren-National-Mannschaft der DDR. Die verbesserte Nachwuchsarbeit führte auch zu einer Leistungsstärkung bei den Erwachsen.

1971 gelang den Herren der Aufstieg zur DDR-Liga. Der zweithöchsten Liga im Land. Die 3 Jahre Zugehörigkeit zur DDR-Liga gehen als positive Erfahrung in unsere Geschichte ein. Auf Dauer konnte aber dem sportlichen Druck mit den Reisestrapazen nicht standgehalten werden. 1976 schafften die Damen den Aufstieg zur DDR-Liga. Aber auch sie wurden dort nicht richtig sesshaft. In 10 Jahren gelang ihnen 3 x der Aufstieg und 3 x mussten sie absteigen. Insgesamt errangen die Damen bis zum Wendejahr 6 Bezirksmeistertitel und spielten 6 Jahre in der DDR-Liga. Die Herren errangen 7 Titel und waren 3 Jahre in der zweithöchsten Spielklasse. Des weiteren kommen bei beiden Teams eine große Anzahl Bezirkspokalsiegen hinzu.

Die Wendezeit mit ihren gesellschaftlichen Veränderungen führte zu großen Umbrüchen in der sportlichen Arbeit. Es erfolgte die Umbenennung in SV Warnemünde, Abteilung Volleyball, die Finanzierung durch den Trägerbetrieb VEB Warnowwerft entfiel, die Anzahl der Mitglieder ging zurück, die Spielklasseneinteilungen erfolgten auf Basis des neuen Landes Mecklenburg-Vorpommern. Unter Leitung des langjährigen Abteilungsleiters Rolf Münch gelang es der Abteilung, sich diesen neuen Gegebenheiten nach und nach besser anzupassen.

Sportlich gelang es zuerst den Damen, die 1991 den Aufstieg in die Landesliga schafften. Die Herren erkämpften sich 1997 den Aufstieg in die höchste Spielklasse des Landes. Damit begann die rasante Entwicklung unserer 1. Herrenmannschaft. Nach 5 Jahren Zugehörigkeit in der Regionalliga schafften sie 2005 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nach dem Abstieg 2010 in die Regionalliga wurde 2012 der Aufstieg in die neu gegründete Dritte Liga geschafft.

Mit dem Aufstieg 2017 in die 2. Liga wurde die zielstrebige Arbeit der Mannschaft mit Trainern und Betreuern gekrönt. Waren es in der Vergangenheit die herausragenden Akteure wie z.B. C. Wulff, H. Hirche, R. Witt und

  1. Papenhagen, sind es heute Ch. Hinze, F. Thiessenhusen und M. Stark. Bei der ersten Damenmannschaft konnte eine ähnliche Kontinuität nicht erreicht werden. 2007 schafften sie den Aufstieg in die Regionalliga. 2012 bis 2014 spielten sie in der Dritten Liga. Ab der Saison 2014/2015 bestreiten sie ihre Spiele bis heute in der Regionalliga. Großen Anteil an diesen Erfolgen hatten insbesondere in den letzten Jahren u.a. die Sportfreundinnen und Sportfreunde A. Bock, Dr. S. Schlüter, M. Kuna und J. Hofmeister.

Insgesamt können wir nach 55. Jahren Abteilung Volleyball konstatieren, dass die ganze Abteilung Volleyball sich positiv entwickelt hat und ein Leistungsträger in der Stadt und im Land geworden ist. Z. Z. trainieren 245 Mitglieder, davon 71 Kinder und Jugendliche in 21 Mannschaften und Trainingsgruppen. Die zweiten Mannschaften spielen nicht nur in der Verbandsliga bzw. Regionalliga eine positive Rolle, sondern haben auch entscheidenden Anteil an der Ausbildung der Nachwuchsspieler für den Einsatz im Erwachsenenbereich. In diesem Zusammenhang können u.a. die beiden Nachwuchsspieler Josef Günther und Konstantin Rode genannt werden. Durch die Gewinnung von Übungsleitern um Axel Lepzien und Johannes Hofmeister wie Luisa Stassewski, Lucas Kowalkowski und Ludwig Reichlmaier ist es gelungen, den Nachwuchsbereich zahlen- und leistungsmäßig zu stabilisieren. Die Ergebnisse bei den Landesmeisterschaften und die Teilnahme an den Norddeutschen Meisterschaften belegen das.

Ein großes Dankeschön geht an alle Helfer, Übungsleiter, Mannschaftsleiter und Leitungsmitglieder. Ohne deren zeitaufwendigen ehrenamtlichen Tätigkeiten wäre so eine erfolgreiche Entwicklung nicht möglich gewesen. Einige werden wir heute noch auszeichnen.

Ganz herzlich bedanke ich mich im Namen aller Mannschaften bei den zahlreichen Unterstützern und Förderern, die die Voraussetzungen für die Absicherung der materiellen Seite unseres Volleyballsports schaffen.