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Warnemünder Sportler setzen ihre Vereinstraditionen fort

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Artikel vom: Donnerstag, 10. Oktober 2019

WARNEMÜNDE.

Sport wurde im Rostocker Seebad Warnemünde schon vor dem eigentlichen Gründungstag des heutigen Sportvereins Warnemünde getrieben, denn die Aktivitäten des Männerturnvereins (MTV) von 1887, eines Tennisvereins und des Segelclubs, des Warnemünder SV von 1911sowie auch des Verein für Leibesübung (VfL) Warnemünde mit verschiedenen Sportarten sind historisch belegt. Doch wie fast alles, war auch der Sport mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Trümmer und Asche verschwunden. Zum Glück blieb der Gedanke an Sport und Körperkultur trotz aller Probleme und Schwierigkeiten in der Nachkriegszeit stark.

Am Anfang standen mit dem 14. Juni 1949 zunächst 72 Sportler, die mit Hilfe der jungen Werft an der Warnowmündung eine neue Sportgemeinschaft aus der Taufe hoben. In den Sportarten Fußball, Handball, Tischtennis, Leichtathletik, Segeln und Schach waren die ersten Warnemünder Sportler aktiv. Bald kamen Boxer, Ringer und Turner hinzu. Akrobatik, Tennis, Volleyball, Gewichtheben, Radwandern, Volkssport und Federball vervollständigten mit den Jahren zunehmend das sportliche Angebot im Warnemünder Verein.

 

Aus der BSG Warnow und der SG Warnemünde wurde zunächst die BSG Anker, dann die BSG Motor und ab 1954 die BSG Motor Warnowwerft Warnemünde, die in gut 40 Jahren ihrer Existenz nicht nur unzählige Titel, Medaillen und Pokale in unterschiedlichen Sportarten und Wettbewerben eroberte. Sehr viele Namen müsste man nennen, um allen gerecht zu werden. Auch die Sportler, die von der Warnow zu den DDR-Leistungszentren delegiert wurden, legten später bei Olympia und großen Meisterschaften Ruhm und Ehre für die BSG ein. Neben den sportlichen Erfolgen durch viel Trainingsfleiß, standen auch Aktivitäten der immer weiter wachsenden Zahl der Vereinsmitglieder im Mittelpunkt, die zur Verbesserung der materiellen Grundlage für das regelmäßige Sporttreiben beitrugen. Die Friedrich-Ludwig-Jahn-Kampfbahn in der Parkstraße wurde wieder aufgemöbelt, auch die Tennisanlage in der Schillerstraße entstand. Das „Haus des Sports“ am Alten Strom wurde sportgerecht umgebaut und nicht zuletzt war der Bau der Sporthalle in der Warnemünder Fritz-Reuter-Straße in Eigeninitiative eine große Verbesserung der Bedingungen. Die gesamte Entwicklung des Warnemünder Sports war so 40 Jahre lang mit dem Wachsen und Werden der Warnowwerft verbunden. Als Trägerbetrieb leistete sie großzügige materielle Unterstützung. Die alljährigen von der BSG beförderten Betriebsmeisterschaften im Fußball, Handball, Basketball, Volleyball, Tischtennis und Schach mündete in ein großes Betriebssportfest für die Mitarbeiter der Weft und ihre Familien, das zum sportlichen Höhepunkt auch für das gesamte Ostseebad wurde. Im letzten Jahr des Bestehens der Betriebssportgemeinschaft Motor Warnowwerft Warnemünde gehörten mehr als 2.500 Mitglieder dem Verein an.

Mit der deutschen Wende 1989 und 1990 gab es nicht nur einen Umbruch, sondern zunächst auch einen großen Einbruch. Zunächst machten sich Segeln und Tennis als Vereine wieder selbstständig. Auch die Fußballer hingen mehr ihren Wurzeln aus der Vorkriegszeit nach. Andere Abteilungen kamen mit den neuen Bedingungen nicht zurecht und lösten sich auf. Ein generelles Aufgeben wurde aber verhindert, denn die damalige Vereinsführung beschloss unter Mitwirkung der knapp 1.000 verbliebenen Mitglieder, die Tradition der BSG Motor Warnowwerft fortzuführen. Der Verein wurde in SV Warnemünde mit dem Gründungstag 14. Juni 1949 umbenannt. Heute sind wieder rund 1.300 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in neun Sparten hier aktiv. Die Sportakrobaten werben überregional konstant mit starken Leistungen für den Warnemünder Sport. Die Ringer glänzen mit einer deutschlandweit anerkannten Nachwuchsarbeit, punkten aber weiterhin auch mit ihrem internationalen Turnier, das nun schon seit fast 40 Jahren immer im Juni ausgetragen wird. Viel Zulauf haben die Leichtathleten, die seit 38 Jahren mit dem Stolteraa-Küstenwald auch eine große Warnemünder Tradition hoch halten. Am Warnemünde-Cup im Handball, der derzeit zum 35. Mal ausgetragen wird, nahmen mittlerweile 50.000 aktive Sportler aus allen deutschen Bundesländern und sieben europäischen Nachbarstaaten teil. Turnen und Gymnastik ist mit fast 400 Mitgliedern die größte Abteilung. Die erste Männer-Mannschaft der Volleyballer spielt in der zweiten Bundesliga. Und durchaus für Aufsehen sorgen die Tischtennisspieler, die nicht nur mit der Kelle, sondern auch mit dem Kopf den Ball sportlich über die kleine Platte schicken. Der Freizeitsport und die Kinder-Tanzgruppe bereichern aktuell das Angebot des SV Warnemünde.

Jede Abteilung begeht gegenwärtig mit eigenen Veranstaltungen den 70. Gründungstag ihres Vereins. Im Oktober ist dann als Höhepunkt eine große Festveranstaltung geplant.

Vereinsjubiläumsveranstaltung 70 Jahre SVW – Sportlerball

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